Was ist ein „Side-out“ im Beachvolleyball?

Dein Beachvolleyball Urlaub in Deutschland und im europäischen Ausland
Beach me Camp Sylt; Aufschlag und Side-Out - Das Beach me Camp findet auch wieder in 2016 statt.

Wenn ich beide Begriffe, „side“ und „out“, aus dem Englischen ins Deutsche übersetzte, komme ich zu den Ergebnissen „Seite/Mannschaft“ und „aus/heraus“. Auf den ersten Blick erschließt sich mir die Logik dieser Worte im Kontext Beachvolleyball nicht.


Beachvolleyball Workshop

Schwerpunkt: Side-out Lösungen

Sonntag, den 13.12.2015 in Hamburg



Also mal sehen, wie der Volleyball Weltverband (FIVB) den „side out“ im Beachvolleyball definiert hat: „Should the team that receives the service win the rally they have scored a sideout and they win the right to now serve.” (http://www.fivb.org/TheGame/TheGame_BeachVolleyball.htm; Stand 26.11.2015). In „Beachvolleyball“ beschreiben Schlockermann und Mackerodt den „Side-out“ als „Aufschlaggewinn des rückschlagenden gegen das aufschlagende Team.“ (J. Schlockermann/F. Mackerodt [2000], S. 149. ). Die Aussage ist,  das annehmende Team gewinnt den Ballwechsel und bekommt das Aufschlagrecht. Genau diese eine Situation nennt man „Side-out“. So weit, so gut. Aber warum?


Beachvolleyball Spielaufbau vom Mischa Urbatzka und Jonas Reckermann
Quelle: www.fivb.org

Dazu reise ich zurück in das Jahr 2000, Highlight des Jahres sind sicherlich die Olympischen Spiele in Sydney und der Gewinn der Bronze Medaille des damaligen Beachvolleyball Nationalteams Jörg Ahmann und Axel Hager. Damals galt noch die Zählweise bis 15 Punkte im ersten und zweiten Satz zu spielen und es erzielte nur das Team den Punkt, welches den Aufschlag machte. Gab es einen entscheidenden dritten Satz (Tiebreak), spielte man diesen auch bis 15 Punkte. Allerdings im Running Scors System (heute: Rally Point System), hier führte schon jeder Ballwechsel zum Punkt. Die Punkteregelung im ersten und zweiten Satz prägte letztendlich das Thema „Side-out“. Denn es gab keine feststehende Bezeichnung für den Gewinn des Aufschlagrechtes. Hierfür wurde in Amerika der Fachausdruck „Side-out“ eingeführt. Wurde ein Service von dem aufschlagenden Team erfolgreich durchgebracht, punktete das Team.  Gewann die annehmende Mannschaft den Ballwechsel, hatte das Team das Recht zum Aufschlag erzielt bzw. einen „Side-out“ gemacht.

Damals wie heute wird die Sportart Beachvolleyball erheblich durch amerikanische Ausdrücke geprägt, die die meisten Nationen eins zu eins in ihrem Sprachgebrauch einsetzen. Durch die Regelveränderung in 2001, dass die ersten zwei Sätze bis 21 Punkte und der Tiebreak bis 15 Punkte im Rally Point System (Jeder Ballwechsel endet mit einem Punkt) gespielt werden, macht die Notation „Side-out“ eigentlich überflüssig, denn heute ist jeder abgeschlossene Ballwechsel auch ein Punkt. Jedoch existiert der Terminus „Side-out“ weiter, benutzt man diesen vielmehr heute als „Side out“-Situationen. Jene Gegebenheiten bei der Annahme des gegnerischen Aufschlags den Punkt zu erzielen. Im Hallen-Volleyball hingegen verwendet man schon lange die Bezeichnung Komplex 1 (K1) für die Annahme-Situation bei gegnerischen Aufschlag, die der „Side Out Situation“ im Beachvolleyball ähnlich ist.   


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Kommentare: 2
  • #1

    Matzepeng (Donnerstag, 03 Dezember 2015 14:02)

    Und warum heißt es jetzt Side-Out? Also wovon ist das abgeleitet? Das wäre das interessante gewesen.

  • #2

    Mischa Urbatzka (Donnerstag, 03 Dezember 2015 15:07)

    Naja, die Amerikaner haben der Situation einen treffenden Namen gegeben; platt übersetzt "aus der Annahme herauskommen" - deren hauptsächliches Ziel als nächstes aufschlagen, um dann den Punkt zu erzielen.